Die Wirbelsäule

Unsere Wirbelsäule ist das wichtigste Halte-Instrument unseres Körpers. Sie gibt uns Halt und Stabilität. Der knöcherne Aufbau schützt unsere empfindlichen Nerven. Gut eingepackt in den Wirbeln sitzt das Rückenmark mit dem zentralen Nervensystem.

Wenn alles reibungslos funktioniert, ist das auch wunderbar. Aber wehe wenn etwas hakt und klemmt weil wir uns überhoben haben oder das Becken verschoben ist.

Wenn ein Wirbel nicht passend an Ort und Stelle ist, kann es passieren, dass man notfallmäßig zum Arzt saust, weil man denkt, dass mit dem Herz etwas nicht in Ordnung wäre. Oder während des Wachstums verschieben sich die Wirbel und das Atmen fällt dem jungen Menschen schwer.

Der „Hexenschuss“ ist den Meisten in sehr unangenehmer Erinnerung, da dies ein plötzlich auftretender Schmerz ist und man sich dabei kaum mehr bewegen kann. Er ist allerdings schneller heilbar als zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall. Aber auch unsere immer größer werdende sitzende Tätigkeit beschert uns muskuläre Rücken-Verspannungen.

Zu erwähnen sind auch noch unsere Zähne und das Kiefergelenk. Denn nicht passende Kronen oder eine Zahnspange haben Einfluss auf unseren Bewegungsapparat.

Neben den genannten organischen Ursachen sollte nicht vergessen werden, dass eine hohe Prozentzahl der Rückenbeschwerden durch psychische Belastungen entstehen. Sei es durch Leistungsdruck in der Arbeitswelt, durch Mobbing, Doppel-Belastung oder Elternpflege. Alle diese Dinge verursachen Stress, der nicht „in den Kleidern hängen bleibt“.

Ich habe für Rückenbeschwerden verschiedene Therapieansätze. Je nach Patient und Situation entscheide ich wie ich arbeite:

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Dorn und Breuß

Mit dieser Methode arbeite ich, wenn etwas „handfestes“ benötigt wird. Ist das Becken verschoben und bringt dadurch entstandene Probleme, ist das Einrichten nach Dorn das Mittel der Wahl. Genauso wenn sich ein Wirbel akut verschoben hat und sanft wieder auf seine Position gebracht werden soll. So kann es zum Beispiel geschehen, dass Freunde auf verschneiter Straße ein Auto anheben und einer der Freunde es dann anschließend im Kreuz hat. Mit einem dicken Telefonbuch und Olivenöl kann auch diese Akut-Situation abgefangen werden.

Wenn ich in der Praxis arbeite, gehe ich wie folgt vor:

  • Schröpfkopf-Massage zur Auflockerung der Muskulatur
  • Breuß-Massage mit Johanniskraut-Öl
  • Sanftes Einrichten des Beckens / der Wirbel nach Dorn

Craniosacrale Therapie

Mit der craniosacralen Therapie arbeite ich, wenn ich „sanft“ arbeiten möchte.

Das craniosacrale System erstreckt sich von den Schädelknochen (dem cranialen Anteil) bis hin zum Kreuzbein (dem sacralen Anteil). Es beinhaltet das zentrale Nervensystem sowie die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit.

In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckte W. Sutherland, dass die Schädelknochen beim Erwachsenen nicht fest miteinander verwachsen, sondern an den Schädelnähten beweglich sind. Er fand heraus, dass sich das ganze System rhythmisch bewegte. Mit 6 bis 12 Bewegungen pro Minute ist es ist der langsamste Rhythmus in uns. Viel langsamer als unser Puls oder unsere Atmung.

Weil das craniosacrale System so fein ist, kann es direkt oder indirekt leicht gestört werden. Eine direkte Ursache hierfür kann ein Schlag auf den Kopf oder ein Schleudertrauma sein. Eine indirekte Ursache können durch Stress bedingte Verspannungen sein.

Wie oben erwähnt können Zähne durch nicht gut sitzende Kronen zu Problemen im Kiefergelenk und dadurch zu einer Störung im craniosacralen System führen. Eine fest sitzende Zahnspange oder Prothese kann die natürliche Bewegung des Oberkiefers verhindern und dadurch Kopfschmerzen verursachen.

Meine Behandlung stimme ich genau auf den Patienten ab. So wie ich es gelernt habe, wird zuerst ein sanfter Erstkontakt mit dem Patienten gemacht. Und erst wenn eine Veränderung im Feld entstanden ist, gehe ich in die eigentliche Behandlung.

Insbesondere unsere Anspannungen / Verspannungen bleiben an den sogenannten „Querstrukturen“ hängen. Dazu gehört unser Beckenboden genauso wie das Zwerchfell oder eine Struktur in der Höhe des Schlüsselbeins. Ausgleichsgriffe werden hier Lösungen herbei bringen.

Es ist auch gut zu wissen, dass es zwar an einer Stelle des Körpers zwickt und zwackt, die Ursache aber an einer ganz anderen Stelle zu finden sein kann. So habe ich immer in Erinnerung, dass 116 Muskeln des Körpers einen Zusammenhang mit dem Unterkiefer und seinen Zähnen haben. Ein akutes Schleudertrauma wird man aber nicht am schmerzhaften Kopf / Genick behandeln, sondern an dem entgegen gesetzten Pol, dem Becken.

Voraussetzung ist immer ein aufmerksames Behandeln und ein sanftes Berühren / Begleiten in Ruhe und  genügender Zeit. Dann können tiefgreifende Veränderungen in Körper und Geist geschehen.

Du kannst nie zu tief gehen, sondern nur zu schnell.